DGS PraxisLeitlinien

Die DGS entwickelt versorgungsrelevante Praxisleitlinien, die den aktuellen Wissenstand spiegeln und in Handlungsempfehlungen münden.


Aktuell:


Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) definiert sich als Vertretung einer „best practice“, also einer patientenzentrierten Versorgung. Sie entwickelt PraxisLeitlinien, die eine Hilfestellung in der konkreten Betreuung von Schmerzpatienten bieten.

Was bedeutet „patientenzentrierte Medizin" in dieser PraxisLeitlinie?
Patientenzentrierte Medizin muss symptomorientiert sein, sollte vornehmlich nach Patientenpräferenzen fragen und nach dem konkreten Nutzen für ihre Versorgung.
PraxisLeitlinien stehen somit im Kontrast zu „herkömmlichen" evidenzbasierten Leitlinien, wie sie bisher in Deutschland meist publiziert wurden und werden. Diese herkömmlichen Leitlinien sind krankheitsorientiert, daneben orientiert an ärztlichen Sichtweisen und fragen nach der Wirksamkeit einer Therapie anhand statistischer Mittelwerte und berechneter Signifikanzen.
Damit laufen sie Gefahr, Standardisierungen zu unterstützen und den individuellen Patienten aus den Augen zu verlieren.
Sie „helfen" nur bei hoher Evidenz, indem sie Versorgungsentscheidungen beeinflussen oder bestimmen. 
In der Schmerzmedizin haben solche Leitlinien bisher nicht durchgreifend die flächendeckende schmerzmedizinische Versorgung verbessern können, denn es liegen in der Tat Krankenkassendaten vor, die belegen, dass die Zahl der chronisch Schmerzkranken in Deutschland in den letzten Jahren eher sogar gestiegen ist.

DGS-PraxisLeitlinien berücksichtigen deshalb nicht nur die externe Evidenz, die sich aus der Literaturrecherche ergibt, sondern auch die interne Evidenz durch die Erfahrungen der Anwender sowie die Erfahrungen, Werte und Haltungen der Patienten.
RCT-Studien repräsentieren oft nur ein äußerst selektioniertes Patientengut, das nicht erlaubt, wissenschaftliche Erkenntnisse auf eine gute Patientenbetreuung in der Fläche zu extrapolieren. Es zeigt sich vielfach, dass RCT-Studien und ihre Surveys auf der Ebene la der Evidenz zu anderen Einschätzungen gelangen, als sie im Versorgungsalltag durch Anwender glaubhaft berichtet werden.

Die Literatur zu diesem Widerspruch ist umfassend und zeigt sich auch in den Literaturrecherchen, die den DGS-PraxisLeitlinien zugrunde liegen.