Grußworte

zum Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2020 - ONLINE


 

Grußwort von Andreas Westerfellhaus

Staatssekretär, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Schmerzen – das kennt jeder von uns. 4 bis 5 Millionen Menschen in Deutschland aber leiden unter chronischen Schmerzen, die das Leben stark beeinträchtigen. Diese Menschen bedürfen einer speziellen multiprofessionellen Schmerztherapie.
Mit dem jährlichen Deutschen Schmerz- und Palliativtag vermitteln Sie schmerzmedizinisches Wissen und Fähigkeiten für die tägliche Praxis mit Patienten mit chronischen Schmerzen.
Angesichts der demografischen Entwicklung haben Sie sich in diesem Jahr entschieden – gemeinsam mit der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG) – den Schwerpunkt auf die schmerzmedizinische Versorgung im Alter zu legen.
Gerade ältere Patienten mit chronischen Schmerzen sind häufig multimorbide, was alle an der Behandlung Beteiligten vor eine besondere Aufgabe darstellt.
Ich bin aber davon überzeugt, dass es durch gute Teamarbeit, Kompetenz, das integrative Ineinandergreifen verschiedener Professionen, gelingen kann, alle Menschen gut pflegerisch und medizinisch zu versorgen. Gerne habe ich deshalb die Schirmherrschaft für den 31. Deutschen Schmerz- und Palliativtag übernommen.
Eine an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ausgerichtete Versorgung stellt eine große Herausforderung dar, für die betroffenen Menschen selbst, aber auch für die an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen - insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels. Für mich als Pflegebevollmächtigten ist gerade hier eine gute interprofessionelle Zusammenarbeit, über alle Versorgungsbereiche hinweg, absolut notwendig. Gerade bei der Schmerztherapie müssen viele Professionen Hand in Hand arbeiten, damit die Versorgung und Patientensicherheit bestmöglich gelingt.
Zukünftig liefern hierfür die neue Pflegeausbildung und die Akademisierung in der Pflege große Potentiale für die Neuorganisation der Aufgaben. Ziel sollte es sein, dass hochschulisch ausgebildete Pflegepersonen ihr Fachwissen in der direkten Patientenversorgung anwenden können. Hierfür braucht es innovative Konzepte in den verschiedenen Versorgungsbereichen. Diese müssen tradierte Hierarchien überwinden und einzig das Wohl der zu versorgenden Menschen in den Fokus nehmen. Nur so kann auch in Zukunft eine qualitätsgesicherte Versorgung der Patienten und Pflegebedürftigen sichergestellt werden. 
Ich freue mich, dass der Deutsche Schmerz- und Palliativtag seinen Blick in die Zukunft richtet und über neue Wege und Behandlungsstandards informiert. Er liefert damit wichtige Impulse und bietet Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung der Teilnehmer untereinander.
Ich wünsche Ihnen einen spannenden Kongress und viele neue und interessante Erkenntnisse für Ihre tägliche Arbeit.

Ihr 

Staatssekretär Andreas Westerfellhaus

Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung

Grußwort von Dr. med. Johannes Horlemann

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zuerst war es Pech, dann kommt auch noch Unglück hinzu, nun ist es Begeisterung: Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin freut sich, Sie auf dem 1. Deutschen Online-Schmerzkongress begrüßen zu können. Zuerst ist der Online-Kongress aus den Bedingungen der Corona-Pandemie entstanden, in den letzten Wochen und Monaten haben wir zunehmend die Chancen, die in dieser neuen Möglichkeit der Begegnung, des Austausches und der Fortbildung liegen, verstanden. Diese Form eines großen Deutschen Schmerzkongresses ist für uns noch neu, aufregend und spannend, und hat viele von uns erfasst.

Es darf gesagt sein, dass die Zahl der Anmeldungen für den Online-Kongress zwei Wochen vor der Veranstaltung schon höher liegt als für den Präsenz-Kongress. Aber nicht nur die neuen Medien, wahrscheinlich wird auch unser Fokus-Thema „Schmerzen im Alter“, anziehend wirken. Dieses Thema ist von gesamtgesellschaftlicher Relevanz. Wie muss eine Gesellschaft gestaltet sein, die sich angemessen und außerhalb der üblichen Defizitmodelle des Alters mit chronischen Schmerzen im Alter beschäftigt.

Der Deutsche Schmerz- und Palliativtag 2020 stellt die gesamte Bandbreite dieser Problematik dar, inklusive aktueller berufspolitischer Aspekte. Es hat Spaß gemacht, eine solche Veranstaltung zu organisieren. Die gemeinsame Arbeit mit der Deutschen Schmerzliga (DSL) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) als Kooperationspartner ist in ein Programm eingegangen, von dem ich hoffe, dass es Sie und uns alle bereichert. Die Thematik von „Schmerz und Alter“ erwartet uns alle, zunehmend und persönlich. Gestalten Sie deshalb mit und bereichern Sie den Kongress durch Ihre Beiträge, durch Ihre Fragen und Anmerkungen. Es sind interessante Diskussionsforen und Podiumsdiskussionen geplant.

Wir freuen uns auf Sie!

Ich wünsche Ihnen gute Begegnungen, Erkenntnisgewinn und Informationsaustausch.

Auf ein Wiedersehen online,
 

Ihr Dr. Johannes Horlemann

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

Grußwort von PD Dr. med. Michael A. Überall

Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Individualisierung statt Standardisierung“ – mit diesem Motto und dem „Schwerpunkt: schmerzmedizinische Versorgung älterer Menschen“ wollte sich der 31. Deutsche Schmerz- und Palliativtag im März 2020 einer bedeutsamen schmerz- und palliativmedizinischen Herausforderung widmen und diese gemeinsam mit Ihnen allen in persönlichen Gesprächen und Präsenzveranstaltungen diskutieren.

Doch dann kam Alles ganz anders!

Nun widmet sich der Deutsche Schmerztag dem Problem einer bedürfnisorientierten Versorgung älterer und alter Menschen mit schwerwiegenden Schmerzen in all ihren Facetten virtuell. Und damit ist er aktueller denn je zuvor, denn gerade die schmerzmedizinische Versorgung dieser Menschen, die aufgrund vielfältigster Faktoren der besonderen Zuwendung und Fürsorge aller an einer im wahrsten Sinne des Wortes humanen/menschlichen schmerz- und palliativmedizinischen Versorgung Interessierten bedürfen, hat unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten. Dass vor diesem Hintergrund gerade auch für ältere Menschen das Spannungsfeld zwischen Leitlinienkonformismus und Erfahrungsmedizin genau so bedeutsam ist wie die Diskrepanz zwischen dem Diktat einer gesamtgesellschaftlich zu fordernden Wirtschaftlichkeit und der individuell erforderlichen Bedürfnisorientierung, erschließt sich von selbst. Und so führt der Deutsche Schmerz- und Palliativtag im Jahr 2020 virtuell nicht nur ein Kernthema des Vorjahres weiter, sondern auch ein Uranliegen seiner verantwortlichen Organisationen DSL und DGS.

Im Namen der Deutschen Schmerzliga danke ich allen Teilnehmern für Ihr Interesse an diesem Kongress in neuem Gewand. Insbesondere danke ich Ihnen für Ihre Bereitschaft sich im Rahmen dieser Tagung virtuell über neue Forschungsergebnisse, praktische Umsetzungsmöglichkeiten und aktuelle Entwicklungen zur konkreten Verbesserung einer individualisierten Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen und/oder solchen in einer palliativen Behandlungssituation in Deutschland zu informieren und Ihre (Frei-)Zeit zu Hause vor Ihren Bildschirmen und Computern zu investieren.

Ihr

PD Dr. med. Michael A. Überall

Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V.

 

 

Grußwort von 

Dr. med. Thomas Cegla und

Vizepräsident Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.
 

 

Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Heppner

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e. V. 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ein aktives lebenswertes Leben bis ins hohe Alter ist ein berechtigter Wunsch. Alt zu werden wird nicht zuletzt durch die moderne Medizin möglich. Auch mit chronischen Erkrankungen sind Lebensqualität und Selbstständigkeit für viele Patienten erreichbare Ziele. Denn es gilt schon lange nicht mehr die Maxime „Hauptsache gesund“, für geriatrische Patienten ist „Hauptsache selbstständig“ von größter Bedeutung.

Chronischer Schmerz gehört zu den häufigen Erkrankungen des alten Menschen und beeinträchtigt besonders. Ist der Bewegungsapparat betroffen wirkt sich dies unmittelbar auf die Mobilität und Funktionalität aus. Im Alter häufig vergesellschaftete Erkrankungen, wie der Diabetes mellitus oder Gefäßerkrankungen können zu neuropathischen Schmerzen und einer zusätzlichen Belastung führen. Dieses hat verständlicherweise zusätzliche Auswirkungen auf das psychische Befinden. Bestehende Komorbiditäten wie Depression und Demenz haben negative Wechselwirkungen bei auftretenden chronischen Schmerzen.

Die Multimorbidität und veränderte Organfunktionen machen eine individualisierte altersgerechte multimodale Schmerztherapie notwendig. Eine Chance in der Versorgungsgestaltung besteht in einer engeren Zusammenarbeit von Geriatrie und spezieller Schmerzmedizin. In beiden Fächern hat sich in den letzten Jahren viel getan, was der demografischen Herausforderung für die Versorgung gerecht werden könnte.  Schmerz- und Altersmedizin betrachten den alten Patienten ganzheitlich mit all seinen Handicaps und aktuellen Störungen und können gemeinsam mit dem Patienten seine Alltagskompetenzen stärken und verbessern. Dazu gehört auch das Erfassen von Ressourcen, mit geriatrischer und Schmerz medizinische Kompetenz, dieser Patienten, um einen erfolgreichen Therapieansatz zu konkretisieren

Dieses gemeinsame Denken hat Bedeutung für die Versorgung der Zukunft und drückt sich in der Gestaltung dieses Kongresses aus. Das gemeinsame Curriculum Schmerz und Alter ist ein wichtiges Fortbildungsangebot, welches die medizinisch Tätigen im Umgang mit der besonderen Komplexität der Versorgung des alten, multimorbiden Patienten schult. Der Schwerpunkt soll nicht nur auf dem Schmerz und dessen Behandlung liegen, sondern auch auf den Besonderheiten des Alters.

Die COVID-19- Pandemie hat das Leben weltweit beeinflusst. Jeder ist betroffen. Die medizinische Versorgung steht vor neuen Herausforderungen. Alle Schmerzpatienten und insbesondere ältere Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko sind durch Einschränkungen des Alltagslebens einem erhöhten Risiko der Zunahme ihrer gesundheitlichen Probleme ausgesetzt. Geringere soziale Kontakte, psychische Belastung durch Angst und Depression sowie ein verändertes Mobilitätsverhalten und geringere Kontakte zur medizinischen Versorgung können Krankheitsverläufe langfristig negativ beeinflussen. Das müssen wir thematisieren. Nicht zuletzt, da viele Komorbiditäten im Zusammenhang mit Schmerz und SARS-CoV2 eine unheilige Allianz bilden.

Wir wollen in Kooperation der medizinischen Fachgesellschaften die Versorgung alter schmerzkranker Patienten verbessern helfen und wünschen Teilnehmern und Diskussionspartnern einen Kongress mit Erkenntnisgewinn und produktiven Ideen.

 

Dr. med. Thomas Cegla

Vizepräsident
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

 

Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Heppner

Präsident
Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V.