Mehr als 1500 Teilnehmende aus Schmerz-, und Palliativmedizin, Anästhesie, Neurologie, Psychiatrie und weiteren Disziplinen haben sich in Frankfurt am Main mit praxisnahen und wissenschaftlich fundierten Themen auseinandergesetzt, diskutiert und gestritten. Mehr als 82 Sessions in sechs parallelen Räumen, 123 Referentinnen und Referenten sowie 197 Vorträge zeigten, wie vielfältig Schmerz‑ und Palliativversorgung heute ist – von der Diagnostik und Therapie chronischer Schmerzen verschiedenster Krankheitsbilder über Palliativmedizin, Schlaf und Psychologie bis hin zu innovativen Versorgungskonzepten und gesundheitspolitischen Fragen.
Eine Vielzahl an Fachgruppen-Expertisen hat sich durch das gesamte Programm gezogen, ebenso eine enge Zusammenarbeit zwischen konservativer, invasiver und neuromodulativer Schmerzmedizin. Komplexe Krankheitsbilder, wie etwa die Trigeminusneuralgie, werden mittels neurologischer, neurochirurgischer und neuromodulativer Ansätze zusammen behandelt. Aber auch psychologische Interventionen können die Behandlung chronischer Schmerzen ergänzen, indem das Nervensystem beruhigt, die Wahrnehmung neu organisiert und Selbstwirksamkeit gestärkt wird. Interessant waren auch die Vorträge über die Bedeutung von Schlaf für die Schmerzempfindlichkeit, die Bedeutung von Telemedizin als Ergänzung (nicht Ersatz) der persönlichen Beziehung zwischen Arzt und Patient und die Frage, wie gut strukturierte Palliativversorgung zugleich wirksame Suizidprävention sein kann. Die Debatte um ärztliche Sterbebegleitung und Suizidassistenz zeigte, wie eng medizinische, ethische, rechtliche und psychosoziale Aspekte zusammenhängen – und wie wichtig ein klarer Rahmen, Schutzschwächere und eine respektvolle Haltung gegenüber Sterbewünschen sind.
Am Ende bleibt ein Gefühl von Stolz auf die hohe Qualität des Kongresses. Die DGS dankt allen, die dazu beigetragen haben: den Referentinnen und Referenten, dem gesamten Team hinter den Kulissen, den Helferinnen und Helfern vor Ort sowie den Partnern aus Industrie und Institutionen, die mit der Industrieausstellung und ihrer Unterstützung einen wichtigen Rahmen für Erfahrungsaustausch und Innovation geschaffen haben. Und so gehen viele mit konkreten Impulsen, neuen Ansätzen im Kopf und der Vorfreude auf das Innovationsforum am 20./21.22. 2026 in Kassel sowie auf die nächsten Deutschen Schmerz‑ und Palliativtage vom 11. bis 13.3.2027 in Frankfurt.