Zeitumstellung am 29. März 2026
Oder wie die Zeitumstellung Tiefschlaf und Schlaffragmentierung stört und die Schmerzempfindlichkeit signifikant erhöht.
Berlin, 5. März 2026: Am 29. März werden die Uhren umgestellt. Die Stunde fehlender Schlaf stört die innere Uhr bis zu 14 Tage lang. Folgen sind Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Risiken, Migräne-Attacken und Konzentrationsstörungen, die z.B. zu steigenden Unfallzahlen in den Folgetagen führen. Die Zeitumstellung wirkt wie ein Mini-Jetlag, der Menschen mit chronischen Schmerzen besonders belastet. Bei ihnen sind Schlafstörungen ohnehin weit verbreitet, so dass der Teufelskreis aus Schmerz und Schlafmangel verstärkt wird.
Studien zeigen: Eine Nacht mit weniger als sechs Stunden Schlaf erhöht die Schmerzempfindlichkeit um bis zu 30 Prozent – ähnlich wie bei einem „Social Jetlag“ nach einer durchfeierten Nacht oder bei Schichtarbeit. Im Tiefschlaf reinigt das Gehirn über das G-lymphatische System Toxine, die sonst Schmerzen und Entzündungen fördern; Schmerzen wiederum durchbrechen nachts die Thalamus-Barriere und verursachen Schlafstörungen, besonders bei älteren Menschen. „Schlafstörungen erhöhen die Schmerzempfindlichkeit deutlich stärker, als Schmerzen den Schlaf stören – diese Beziehung ist nicht symmetrisch“, betont Prof. Dr. Walter Magerl von der Universität Mannheim. Verkürzter Schlaf reduziert zudem die Fähigkeit, Schmerzen durch Ablenkung zu modulieren.
Wie Ärzte und Psychologen den Teufelskreis aus Schlafstörung und chronischen Schmerzen durchbrechen können, wird auf den Deutschen Schmerz- und Palliativtagen vom 19.–21. März 2026 in Frankfurt/Main besprochen. Im Symposium „DGS trifft Charitè: Schmerz und Schlaf – Die bidirektionale Beziehung“ am 20.3., 8:30-10:00 Uhr unter Vorsitz von DGS-Präsident Dr. Richard Ibrahim erläutert Dr. Walter Magerl die neurobiologischen Mechanismen, die Schlaf und Schmerz miteinander verknüpfen, und Prof. Dr. Ingo Fietze (Charité Berlin) gibt einen Überblick über die medikamentöse Dualtherapie.
„Die Zeitumstellung zeigt, wie fragil unser Rhythmus ist. In der multimodalen Schmerztherapie ist Schlaf der Schlüssel zur Schmerzreduktion. Meinen Patienten rate ich: Bereiten Sie sich vor, indem Sie zwei Nächte vorher früher ins Bett gehen, auf Koffein nachmittags verzichten und den Medienkonsum vor dem Schlaf einschränken. Fördern Sie guten Schlaf durch ein dunkles Zimmer sowie Baldrian oder Melatonin – immer bei festem Rhythmus von 7–8,5 Stunden und passend zu Ihrem Chronotyp. Und bei Schmerzen priorisieren Sie Schlafhygiene vor Medikamenten, um den Tiefschlaf zu maximieren“, so Dr. Richard Ibrahim, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin.
Mehr zu neurobiologischen Mechanismen zu Schlaf und Schmerz finden Sie in unserem Experteninterview mit Dr. Magerl in der Konferenzpressemappe und hier als Download.
>>> Über die Deutschen Schmerz- und Palliativtage der DGS <<<
Die Deutschen Schmerz- und Palliativtage der DGS finden vom 19.-21. März im Congress Center Messe Frankfurt statt. Unter dem Motto „Stabilität in unsicheren Zeiten: Ambulant, teilstationär, stationär“ erwartet die DGS über 2.000 Fachleute zu mehr als 120 Sessions zu Prävention, Diagnostik und Therapie chronischer Schmerzen, Cannabinoide & Opioide, Schlafmedizin, Psychologie, Palliativversorgung, KI & digitale Anwendungen, Gesundheitspolitik und vieles mehr.
Das vorläufige Programm steht online zur Verfügung. Zum Kongress sind Pressevertreter herzlich eingeladen. Akkreditierungen nimmt unser Presseteam unter dgschmerzmedizin@b2-berlin.de entgegen. Die Pressekonferenz findet am Do, 19.03.2026, 13:00 -13:45 Uhr im Raum: Conclusio 1+2 statt.
Mehr: https://www.dgschmerzmedizin.de/kongresse/deutsche-schmerz-und-palliativtage/
>>> Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) <<<
Die DGS ist mit 4.035 Mitgliedern und 121 Schmerzzentren die führende Fachgesellschaft zur Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Ihr Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität von Schmerzpatienten – durch eine bessere Diagnostik und eine am Lebensalltag des Patienten orientierte Therapie. Mit praxisnahen Fortbildungen, Curricula, innovativen Versorgungsmodellen sowie Kongressen wie dem Innovationsforum und den Schmerz- und Palliativtagen fördert die DGS den interdisziplinären Austausch und die Weiterentwicklung der Schmerz- und Palliativmedizin.
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