Frankfurt am Main, 19. März 2026: Heute Morgen sind in Frankfurt am Main die Deutschen Schmerz- und Palliativtage der DGS gestartet. Noch bis zum 21. März diskutieren 2.000 Mediziner über aktuelle Entwicklungen, Versorgungsstrukturen und Zukunftsfragen der Schmerzmedizin. 197 Vorträge und 123 Referentinnen und Referenten beleuchten das gesamte Spektrum der Schmerz- und Palliativversorgung – von neuen Therapiemodellen bis hin zu gesundheitspolitischen Perspektiven.
23 Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen, vier Millionen davon schwer. „Wir reden hier nicht über ein Randthema, sondern über eine Volkskrankheit“, betont DGS-Präsident Dr. Richard Ibrahim. „Die Schmerzmedizin ist die ärztliche Königsdisziplin – und sie ist in Gefahr. Sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich fehlen Strukturen, Nachwuchs und verlässliche Rahmenbedingungen. Eine große Patientengruppe wird schlicht vergessen.“ Die DGS fordert seit Jahren eine bundesweite, abgestimmte Versorgungsstruktur für chronische Schmerzpatienten und setzt sich für die Anerkennung der Schmerzmedizin als eigenständiges Fachgebiet ein.
Neben gesundheitspolitischen Weichenstellungen stehen auf dem Kongress auch praxisnahe Themen im Mittelpunkt – etwa neue Versorgungskonzepte für komplexe Schmerzbilder, die Weiterentwicklung des DGS-Praxisschmerzregisters und die Förderung des ärztlichen Nachwuchses. „Denn die Schmerzmedizin steht vor einem dramatischen Fachkräftemangel mit einem erwarteten Einbruch von bis zu 50 Prozent in den kommenden Jahren“, betont Kongresspräsident Dr. Carsten Brau. „Unser Ansatz ist interdisziplinär und mehrdimensional – moderne Schmerztherapie verbindet konservative, invasive und neuromodulative Verfahren. Nur im Zusammenspiel dieser Disziplinen gelingt eine patientenzentrierte, nachhaltige Versorgung.“
Bei der Frage nach ihren Kongresshighlights hebt Dr. Ibrahim die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften hervor: „Kooperationen und interdisziplinäre Vernetzung sind entscheidend, um die Schmerzmedizin zukunftsfähig aufzustellen.“ Für Dr. Brau zählt das Symposium zum ärztlich assistierten Suizid zu den zentralen Kongressmomenten: „Wir Ärzte brauchen fachliche, rechtliche und ethische Handlungssicherheit, wenn Patienten mit einem Sterbewunsch zu uns kommen.“
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>>> Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) <<<
Die DGS ist mit 4.035 Mitgliedern, 16 Landes- und 121 Schmerzzentren die führende Fachgesellschaft zur Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Ihr Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität von Schmerzpatienten – durch eine bessere Diagnostik und eine am Lebensalltag des Patienten orientierte Therapie. Mit praxisnahen Fortbildungen, Curricula, innovativen Versorgungsmodellen sowie Kongressen wie dem Innovationsforum und den Schmerz- und Palliativtagen fördert die DGS den interdisziplinären Austausch und die Weiterentwicklung der Schmerz- und Palliativmedizin.
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