DGS-Präsident Dr. Richard Ibrahim stellt beim Medizinal Cannabis Congress in Berlin Versorgungslage, Evidenz und Studieninitiativen vor
Berlin, 1. Juni 2026. Fast 15 Mio. Menschen leiden in Deutschland unter chronischen Schmerzen mit teilweise komplexen Krankheitsbildern, bei denen klassische Behandlungsmethoden oft nicht ausreichen.Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) beim Medicinal Cannabis Congress in Berlin über die Versorgungssituation gesprochen und neue klinische Studien zum Einsatz von Medizinal-Cannabis in der Schmerzmedizin angekündigt.
„Die Versorgung von Schmerzpatienten mit Medizinal-Cannabis nimmt zu“, sagt Dr. med. Richard Ibrahim, Orthopäde, Schmerzmediziner und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin. Zu den Indikationen für Medizinal-Cannabis zählen u.a. neuropathische Schmerzen, chronische Nichttumorschmerzen, Tumorschmerzen, MS-Spastik sowie Appetitlosigkeit und Kachexie. „In meiner Praxis habe ich bereits 1.800 Schmerzpatienten erfolgreich mit Medizinal-Cannabis behandelt. Es ersetzt nicht pauschal die klassische Schmerzmedikation,aber es hat sich mehr und mehr zu einem wirksamen Analgetikum mit einem vergleichsweise geringen Nebenwirkungsprofilentwickelt.“
Hier gilt es nun differenziert aufzuklären. Daher hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin in diesem Jahr die DGS-Initiative Klinische Studien gegründet, um AWMF- und leitlinienrelevante Daten für die Schmerztherapie zu generieren und um mit dem neuen DGS-Curriculum „Cannabiskompetenz in der Schmerz- und Palliativmedizin“ Fachärzte und nicht-ärztliches Fachpersonal gezielt weiterzubilden. Konkret geplant sind Studien zu
- Fibromyalgie (N=225, Start: Sept 2026, Dauer: 22-26 Wochen),
- chronischen Wirbelsäulen-, Rücken- und Arthroseschmerzen (N=1.500+, Start: Juni 2026),
- chronischen Schmerzen (Standardisiertes Inhalationssystem für Extrakte (THC: 82 % CBD: <1), Studie in der Planungsphase).
Parallel dazu arbeitet die DGS an der Weiterentwicklung ihrer Praxisleitlinie „Cannabis in der Schmerzmedizin“, die am 20. November 2026 auf dem DGS-Innovationsforum in Kassel vorgestellt wird. Die Leitlinie ist Teil der fachlichen Kompetenzentwicklung der DGS und soll Ärzten eine Grundlage für Verordnung, Diagnose und Dosierung in der Schmerz- und Palliativmedizin geben.
„Versorgung ohne Daten ist Meinung – Versorgung mit Daten ist Zukunft!“, sagte Ibrahim in Berlin „Wir wollen belastbare Daten schaffen, damit Medizinal-Cannabis in der Schmerzmedizin besser eingeordnet werden kann. Mit unseren 4.035 Mitgliedern, den 16 Landes- und 123 Schmerzzentren hat die DGS ein bundesweites Netzwerk geschaffen, das die Versorgungsforschung voran bringen und die Qualität der Schmerzversorgung bundesweit verbessern wird.“
PRESSEKONTAKT
2 talk & tv produktion GmbH
Ansprechpartnerin: Anja Baer
T: +49 30 9700 4834
M: dgschmerzmedizin@b2-berlin.de
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.
Ackerstr. 3 | 10115 Berlin
T: 030 – 85 62 188 – 0
M: info@dgschmerzmedizin.de
