Bürokratieabbau bei Medizinalcannabis-Verordnungen: Initiative der DGS zielt auf mehr Sicherheit und Effizienz in der Versorgung
München, 3.11.2025 – Vor dem Hintergrund der geplanten Änderungen im Medizinal-Cannabisgesetz, die aktuell im Gesetzgebungsverfahren beraten werden, unterstreicht die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) die Notwendigkeit praxisnaher und sicherer Verordnungsregelungen. So setzt sich die DGS für den Abbau von überflüssiger Bürokratie bei der Verordnung von Medizinalcannabis in der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen ein. Ziel ist es, Ärztinnen und Ärzten mehr Sicherheit zu geben und ihnen Zeit für die Patientenversorgung zu verschaffen, anstatt sie mit Antragsverfahren und Rückfragen zu belasten.
Derzeit ist die Verordnung von Cannabis zu medizinischen Zwecken mit erheblichem bürokratischem Aufwand verbunden. Um Regresse zu vermeiden, sollten Ärzt:innen Anträge bei den Krankenkassen stellen, die oft mit langwierigen Rückfragen verbunden sind. Die DGS fordert deshalb, bei indikationsgerechter Verordnung auf die Antragstellung zu verzichten und auf klaren, regresssicheren Grundlagen zu arbeiten. Erste Rückmeldungen aus ärztlichen Netzwerken zeigen, dass Regressfälle bislang Einzelfälle sind.
Um volle Transparenz zu gewährleisten, plant die DGS die Einrichtung einer zentralen Meldestelle für Regressfälle und sichert juristische Unterstützung für den ersten dokumentierten Regressfall zu. Damit soll die Sicherheit für Ärzt:innen erhöht und das Vertrauen in die neue Praxisleitlinie gestärkt werden.
„Bürokratie darf nicht zur Versorgungsbremse werden. Unser Ziel ist es, Ärztinnen und Ärzten die Unsicherheiten zu nehmen, damit sie sich voll auf die Behandlung ihrer Patient:innen konzentrieren können“, erklärt Dr. Richard Ibrahim, Präsident der DGS. „Die Initiative zum Bürokratieabbau ist eine klare Botschaft: Wir nehmen den Versorgungsauftrag ernst und setzen auf sichere, praxistaugliche Lösungen.“
Das Thema Bürokratieabbau und die neuesten Therapieansätze mit Medizinalcannabis werden auch auf dem Innovationsforum der DGS 2025 am 14./15. November im Münchner H4-Hotel diskutiert, bei dem die DGS aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Schmerztherapie gemeinsam mit Expert:innen erörtert. Zum Innovationsforum sind Pressevertreter herzlich eingeladen. Die Pressekonferenz findet am 14.11.2025, 11 Uhr im Raum Alois statt.
Weitere Informationen:https://www.dgschmerzmedizin.de/kongresse/innovationsforum-der-dgs/
>>> Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) <<<
Die DGS ist mit 4.013 Mitgliedern und 121 Schmerzzentren die führende Fachgesellschaft zur Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Ihr Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität von Schmerzpatienten – durch eine bessere Diagnostik und eine am Lebensalltag des Patienten orientierte Therapie. Mit Veranstaltungen wie dem Innovationsforum 2025 oder den Deutschen Schmerz- und Palliativtagen vom 19-21. März 2026 will die DGS praxisnahe Impulse setzen, den interdisziplinären Austausch fördern und die stetige Weiterentwicklung der Schmerz- und Palliativmedizin vorantreiben.
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