Grußworte

zum 31. Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2020 in Leipzig


 

Grußwort von Petra Köpping

Sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu den 31. Deutschen Schmerz- und Palliativtagen heiße ich Sie in Leipzig herzlich willkommen.

Ich freue mich, dass Sie mit der Wahl Leipzig als Tagungsort Ihr Interesse am Freistaat Sachsen deutlich gemacht haben. Die Stadt Leipzig kann nicht nur in kultureller, sondern auch in wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Hinsicht auf eine beachtliche Tradition verweisen. Die 1409 gegründete Universität Leipzig sowie die heute noch erhaltenen Handelshöfe aus dem 17. Jahrhundert legen ein Zeugnis davon ab, dass der wissenschaftliche Gedankenaustausch und der freie Verkehr der Waren die Basis war, die zur Entwicklung Leipzigs zu einer Metropole Sachsens, ja sogar Deutschlands führte.

Was ist das – Schmerz?
Warum können wir den Schmerz, den wir erleben, oft so schlecht beschreiben? Es sei leichter, die Gedanken Hamlets zu erfassen als einen einfachen Kopfschmerz zu beschreiben, hat die Schriftstellerin Virginia Woolf einmal gesagt.
Eine optimale medizinische Versorgung der Betroffenen sowie eine umfassende Beratung und Betreuung haben einen wesentlichen Anteil an der Verbesserung der Lebensqualität der Patienten. Chronische Schmerzpatienten bedürfen deshalb besonderer Behandlungsformen und Einrichtungen.
Eine vertrauensvolle berufsübergreifende Zusammenarbeit und Kooperation ist zum Wohl des Patienten unerlässlich. Der Patient und der Schmerztherapeut agieren nie alleine, sondern sind immer eingebunden in soziale, berufliche, private, menschliche, gesundheitsökonomische und letztliche auch politische Netze. Für mich ist Schmerzmedizin somit das Paradebeispiel einer interdisziplinären Zusammenarbeit.
Die wissenschaftliche Analyse der Patientensicherheit zieht sich konsequent durch die Themengebiete der Intensivmedizin, der Notfallmedizin aber auch der Schmerz- und Palliativmedizin sowie durch das Pflegesystem und den Rettungsdienst.

Die Schmerztherapie ist im Freistaat Sachsen grundsätzlicher Inhalt aller Fachgebiete und somit ein originärer Bestandteil der stationären Grundversorgung aller Krankenhäuser.
Krebspatienten leiden besonders stark unter ihren Schmerzen. Die Schmerzproblematik verstärkt bestehende Ängste und führt zu Hoffnungslosigkeit. Eine angemessene Tumortherapie setzt daher eine effektive Schmerzbehandlung voraus.
Für Krebspatienten hat die palliativ-medizinische Behandlung eine besondere Bedeutung. Die Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung ist für den betroffenen Menschen und seine nächsten Angehörigen immer eine schockierende Nachricht. Palliative Betreuung ist immer auch ein Stück Trauerarbeit, die dem Schwerstkranken und seinen Angehörigen zu Teil wird und zu Ruhe und Ermutigung verhilft.
Im Mittelalter galten Krankheit und Schmerz als Anzeichen dafür, dass der Betroffene sündig gelebt und Schuld auf sich geladen habe. Bis heute ist es unschicklich, über Schmerzen allzu deutlich und allzu laut zu sprechen.

Deshalb ist es wichtig, vorhandene Barrieren in den Köpfen nicht kranker und behinderter Menschen abzubauen. Dies ist eine Aufgabe, der wir uns gemeinsam stellen müssen. Die Diskriminierung – die Verachtung von Mensch zu Mensch - findet in unserem Alltag immer wieder statt. Wir wissen, dass nur dann etwas eskalieren kann, wenn man nichts tut. Wir alle – Gesunde und Kranke – müssen darüber miteinander reden. Wenn Konflikte unter Menschen stattfinden – und das spüren besonders Chronisch Kranke und Behinderte im Alltag immer wieder – ist Reden das Allerwichtigste.

„Viele Wege führen zum Ziel“ – in diesem häufig verwendeten Zitat steckt viel Wahres. Und es gilt für Schmerzpatienten in ganz besonderer Weise. Dank der medizinischen und therapeutischen Fortschritte haben Ärzte und Betroffene heute Möglichkeiten, erfolgreich den Schmerz zu bekämpfen und ihn im besten Fall zu besiegen. Ihr Kongress wird viele Anregungen vermitteln, um die Behandlung zu modifizieren, vielleicht die Erkrankung überhaupt so weit wie möglich einzudämmen. Ich hoffe sehr, dass sich all Ihre Erwartungen an dieses Treffen in vollem Umfang erfüllen sowie zahlreiche neue Erkenntnisse.

Petra Köpping

Sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
 

Grußwort von Andreas Westerfellhaus

Staatssekretär, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Schmerzen – das kennt jeder von uns. 4 bis 5 Millionen Menschen in Deutschland aber leiden unter chronischen Schmerzen, die das Leben stark beeinträchtigen. Diese Menschen bedürfen einer speziellen multiprofessionellen Schmerztherapie.
Mit dem jährlichen Deutschen Schmerz- und Palliativtag vermitteln Sie schmerzmedizinisches Wissen und Fähigkeiten für die tägliche Praxis mit Patienten mit chronischen Schmerzen.
Angesichts der demografischen Entwicklung haben Sie sich in diesem Jahr entschieden – gemeinsam mit der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG) – den Schwerpunkt auf die schmerzmedizinische Versorgung im Alter zu legen.
Gerade ältere Patienten mit chronischen Schmerzen sind häufig multimorbide, was alle an der Behandlung Beteiligten vor eine besondere Aufgabe darstellt.
Ich bin aber davon überzeugt, dass es durch gute Teamarbeit, Kompetenz, das integrative Ineinandergreifen verschiedener Professionen, gelingen kann, alle Menschen gut pflegerisch und medizinisch zu versorgen. Gerne habe ich deshalb die Schirmherrschaft für den 31. Deutschen Schmerz- und Palliativtag übernommen.
Eine an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ausgerichtete Versorgung stellt eine große Herausforderung dar, für die betroffenen Menschen selbst, aber auch für die an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen - insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels. Für mich als Pflegebevollmächtigten ist gerade hier eine gute interprofessionelle Zusammenarbeit, über alle Versorgungsbereiche hinweg, absolut notwendig. Gerade bei der Schmerztherapie müssen viele Professionen Hand in Hand arbeiten, damit die Versorgung und Patientensicherheit bestmöglich gelingt.
Zukünftig liefern hierfür die neue Pflegeausbildung und die Akademisierung in der Pflege große Potentiale für die Neuorganisation der Aufgaben. Ziel sollte es sein, dass hochschulisch ausgebildete Pflegepersonen ihr Fachwissen in der direkten Patientenversorgung anwenden können. Hierfür braucht es innovative Konzepte in den verschiedenen Versorgungsbereichen. Diese müssen tradierte Hierarchien überwinden und einzig das Wohl der zu versorgenden Menschen in den Fokus nehmen. Nur so kann auch in Zukunft eine qualitätsgesicherte Versorgung der Patienten und Pflegebedürftigen sichergestellt werden. 
Ich freue mich, dass der Deutsche Schmerz- und Palliativtag seinen Blick in die Zukunft richtet und über neue Wege und Behandlungsstandards informiert. Er liefert damit wichtige Impulse und bietet Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung der Teilnehmer untereinander.
Ich wünsche Ihnen einen spannenden Kongress und viele neue und interessante Erkenntnisse für Ihre tägliche Arbeit.

Ihr 

Staatssekretär Andreas Westerfellhaus

Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung

Grußwort von Dr. med. Klaus Reinhardt

Präsident der Bundesärztekammer

 

Chronische Schmerzen nehmen im höheren Lebensalter häufig zu. In der Regel werden sie aber seltener als bei Jüngeren angemessen behandelt. Denn es ist weit verbreitet, dass ältere Menschen Schmerzen für normal halten und weniger darüber sprechen. Etwa 25 Prozent der Bevölkerung sind heute älter als 64 Jahre. Die Behandlung chronischer Beschwerden des Alters wie Schmerzen und Demenz wird in Zukunft weiter zunehmen. Auch die Anzahl der Patientinnen und Patienten, die Schmerzen oder andere belastende Symptome sprachlich oft nur indirekt oder nonverbal artikulieren können, wird sich damit erhöhen. Gerade Menschen mit Demenz können bei fortschreitender Erkrankung den Zusammenhang zwischen einer Schmerzempfindung und dem eigenen Körper nicht mehr herstellen.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung mit einer zunehmenden Zahl multimorbider Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen benötigen wir deshalb ein anderes gesellschaftliches Bewusstsein für dieses Versorgungsproblem. Den Entwicklungen angemessen zu begegnen, ist eine Herausforderung für unser Gesundheitssystem und insbesondere für den Bereich der Schmerzmedizin. Die Prävention von weiteren Krankheitsfolgen und die Symptomkontrolle, vor allem die individuelle Behandlung von Schmerzen, wird eine zentrale Rolle spielen. Zugleich wachsen die Erwartungen an die Medizin, im Kampf gegen den Schmerz eine Behandlungsmethode für alle Bereiche zu finden. Vieles ist hierzu in der Vergangenheit bereits entwickelt und auf den Weg gebracht worden. So steigt die Zahl von regionalen Schmerzzentren kontinuierlich, um eine möglichst flächendeckende Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen sicherzustellen.


Besonders Hausärztinnen und Hausärzte haben als erste Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten eine tragende und koordinierende Rolle im Gesundheitssystem. Zur Schmerztherapie gehört nicht nur eine optimale Symptomlinderung, sondern auch eine effektive Kommunikation. Reflektierte Entscheidungen unter Achtung der individuellen Bedürfnisse und Bedarfe der Betroffenen sind gefordert. Dabei ist insbesondere die Erhaltung der Lebensqualität bei der schmerzmedizinischen Versorgung älterer Menschen ein zentrales und verpflichtendes Behandlungsziel.


Die Bundesärztekammer hat im Jahr 2012 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) eine strukturierte curriculare Fortbildung „Geriatrische Grundversorgung“ erarbeitet. 2014 hat der 117. Deutsche Ärztetag ausdrücklich eine Verbesserung der schmerzmedizinischen Versorgung in Deutschland gefordert und eine adäquate Versorgungsstruktur für chronisch schmerzkranke Patienten in interdisziplinären und multiprofessionellen Teams angemahnt. Das im Rahmen des diesjährigen 31. Deutschen Schmerz- und Palliativtages vorgesehene eigene Geriatrie-Curriculum „Schmerzen im Alter“ als Diskussionsplattform wird ein weiterer wichtiger Baustein für konkrete Lösungsansätze zur nachhaltigen Versorgung älterer Menschen mit chronischen Schmerzen sein.

Den Organisatoren und den Teilnehmenden des 31. Deutschen Schmerz- und Palliativtages 2020 wünsche ich einen dialogfreudigen und erfolgreichen Verlauf mit zukunftsweisenden Beiträgen.

Dr. med. (I) Klaus Reinhardt

Präsident der Bundesärztekammer

Grußwort von Dr. med. Andreas Gassen

Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Namen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) übermittele ich Ihnen die besten Grüße und Wünsche zum 31. Deutschen Schmerz- und Palliativtag.

Der diesjährige Kongress widmet sich einem Thema, das in den kommenden Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung stetig an Bedeutung gewinnen wird: Schmerz und Alter. Im Jahr 2040 wird mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland 60 Jahre oder älter sein. Höhere Lebenserwartung geht einher mit einer steigenden Multimorbidität, oft begleitet von chronischen Schmerzen. Schon heute leiden mehr als 12 Millionen Menschen in Deutschland an lang anhaltenden, chronischen Schmerzen. Und jeder dieser Menschen hat seine ganz eigene Wahrnehmung und individuelle Leidensgeschichte. Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zu finden zwischen wissenschaftlichen Standards, ärztlicher Autonomie im Sinne der Therapiehoheit sowie dem Bedarf und den Bedürfnissen des jeweiligen Patienten. Das ist immer wieder ein Spagat und ärztliche Kunst im wahrsten Sinne des Wortes.


Die Zahl der Schmerztherapeuten mit einer entsprechenden Zusatz-Weiterbildung in der vertragsärztlichen Versorgung nimmt seit Jahren kontinuierlich zu: Sie ist von 2007 auf 2017 um 37 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der Ärztinnen und Ärzte mit einer Genehmigung zur Schmerztherapie im Rahmen der entsprechenden Qualitätssicherungsvereinbarung steigt. Während vor zehn Jahren nur 994 vertragsärztliche Kolleginnen und Kollegen über eine solche Genehmigung verfügten, waren es Ende 2018 bereits 1.269.


Wie Sie wissen, hat die KBV jüngst mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung eine „kleine Reform“ des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs verhandelt, die am 1. April in Kraft tritt. Ziel war unter anderem, die sogenannte sprechende – ich nenne es lieber zuwendungsorientierte – Medizin gegenüber rein technischen Leistungen aufzuwerten. Leider stand das Ganze unter dem Primat der Ausgabenneutralität. Dennoch ist die gute Nachricht, dass nahezu alle Gebührenordnungspositionen der schmerztherapeutischen Versorgung aufgewertet wurden. So wird etwa die Teilnahme an Fallkonferenzen künftig höher vergütet, um nur ein Beispiel zu nennen.


Die demografische Entwicklung führt auch dazu, dass die Notwendigkeit palliativmedizinischer Versorgung am Lebensende steigt. Der Bedarf an entsprechenden Leistungen sowie dessen Anteil am gesamten kollektivvertraglichen Leistungsbedarf stieg allein von 2017 bis 2018 um elf Prozent. Eine gute schmerz- und palliativmedizinische Versorgung bedarf vor allem der Zusammenarbeit der verschiedenen Professionen. Die Vertragswerkstatt der KBV hat sich dem Thema gewidmet und ein Konzept für die interdisziplinäre schmerztherapeutische Versorgung im Sinne einer multimodalen Therapie entwickelt. Ziel ist das Fördern und Sicherstellen einer flächendeckenden spezifischen schmerztherapeutischen Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen in der ambulanten Versorgung. Zum Thema Palliativversorgung erscheint in diesen Tagen auch eine neue Broschüre in der Reihe „PraxisWissen“ der KBV. Diese bietet auf 25 Seiten einen guten Überblick über Möglichkeiten der ambulanten Versorgung, Beispiele aus der Praxis sowie rechtliche Hinweise.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
für den 31. Deutschen Schmerz- und Palliativtag wünsche ich Ihnen viel Erfolg, interessante Ein- und Ausblicke sowie einen regen Austausch.
Beste Grüße nach Leipzig

Ihr

Dr. Andreas Gassen

Vorstandsvorsitzender der KBV

Grußwort von Dr. med. Johannes Horlemann

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

 

Sehr verehrte KollegInnen, sehr geehrte Kollegen, liebe Besucher des Leipziger Deutschen Schmerz- und Palliativtags 2020,

in diesem Jahr findet unsere Traditionsveranstaltung an einem veränderten Ort statt. Wir sind froh und stolz, dass die Stadt Leipzig uns mit offenen Armen empfängt und einen Kongress ermöglicht, der bereits zum 31. Mal alle schmerzmedizinisch Interessierten zusammenführt.  Wir, das Organisationskomitee, gehen davon aus, dass der neue Standort, neue Räumlichkeiten und Strukturen, für unseren Schmerz- und Palliativtag eine neue und große Chance ist. Sicherlich werden viele Ärzte und andere Berufsgruppen zusammenkommen, die bisher nicht oder seltener den Weg nach Frankfurt gefunden haben. Die 31-jährige Tradition von Information, Austausch und Weiterbildung wird an einen neuen Standort transportiert, der die Möglichkeit zu neuen Begegnungen bietet. Gleichzeitig erwarten wir selbstverständlich eine große Zahl von Kolleginnen und Kollegen, die jedes Jahr regelmäßig den Deutschen Schmerz- und Palliativtag als Fixpunkt im Jahresablauf und regelmäßigen Treffpunkt in ihrem Kalender vermerkt haben.

Dieses Jahr also nicht nach Frankfurt, sondern nach Leipzig!

Es erwartet uns wieder eine Fülle von Themen rund um den Rückenschmerz, degenerative Schmerzen, Nervenschmerz, psychologische Themen, Palliativmedizin. Ein besonderes Highlight wird in diesem Jahr der Samstag sein mit einem Curriculum zum Thema „Schmerz und Alter“. Dieser Kongressteil wird gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie gestaltet, mein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Thomas Cegla und Herrn Prof. Dr. Heppner, die sich um die Organisation besonders verdient gemacht haben. Allen Helfern vor Ort bereits jetzt mein herzlicher Dank, dem Planungskomitee, dem Vorstand der DGS und der Geschäftsstelle in Berlin: ohne die konstruktive Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten wäre ein solch rundes Programm wie im Jahre 2020 nicht möglich. Dank gilt auch denjenigen, die den Schmerztag finanziell unterstützen. Ohne diese Unterstützung wäre eine solch große Veranstaltung nicht denkbar. Dank gilt auch Ihnen, die Sie den Schmerztag regelmäßig besuchen und ihn zu einer Institution gemacht haben. Herzlichen Dank, dass Sie sich jedes Jahr erneut einbringen und oft lange Wege nicht gescheut haben und scheuen. Ich hoffe und wünsche Ihnen sehr, dass Sie belohnt werden durch kollegiale Begegnungen und Erkenntnisgewinn. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns allen einen erfolgreichen Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2020 in Leipzig.

Ihr

Dr. Johannes Horlemann

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

Grußwort von PD Dr. med. Michael A. Überall

Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Individualisierung statt Standardisierung“ – mit diesem Motto und dem „Schwerpunkt: schmerzmedizinische Versorgung älterer Menschen“ fokussiert der 31. Deutsche Schmerz- und Palliativtag 2020 eine großen und auf absehbare Zeit bedeutsamen schmerz- und palliativmedizinischen Herausforderung: die bedürfnisorientierte Versorgung älterer und alter Menschen mit schwerwiegenden Schmerzen in all ihren Facetten.

Mit diesem Themenschwerpunkt widmet sich der diesjährige Kongress einem unverändert gerne aufgeschobenem Aspekt der medizinischen Versorgung und einer Gruppe Betroffener, die aufgrund vielfältigster Faktoren der besonderen Zuwendung und Fürsorge aller an einer im wahrsten Sinne des Wortes humanen/menschlichen schmerz- und palliativmedizinischen Versorgung Interessierten bedürfen. Dass gerade auch für ältere Menschen das Spannungsfeld zwischen Leitlinienkonformismus und Erfahrungsmedizin genau so bedeutsam ist wie die Diskrepanz zwischen dem Diktat einer gesamtgesellschaftlich zu fordernden Wirtschaftlichkeit und der individuell erforderlichen Bedürfnisorientierung, erschließt sich von selbst und so führt der Deutsche Schmerz- und Palliativtag im Jahr 2020 nicht nur ein Kernthema des Vorjahres weiter, sondern auch ein Uranliegen seiner verantwortlichen Organisationen DSL und DGS.

Im Namen der Deutschen Schmerzliga danke ich allen Teilnehmern für Ihr Interesse an diesem Kongress. Insbesondere danke ich Ihnen für Ihre Bereitschaft sich im Rahmen dieser Tagung über neue Forschungsergebnisse, praktische Umsetzungsmöglichkeiten und aktuelle Entwicklungen zur konkreten Verbesserung einer individualisierten Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen und/oder solchen in einer palliativen Behandlungssituation in Deutschland zu informieren und Ihre (Frei-)Zeit zu investieren. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Allen nicht nur interessante, anregende und abwechslungsreiche Tage auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2020, diesmal in der schönen Stadt Leipzig, sondern auch gute Gespräche und anregende Treffen mit Freunden, Bekannten und Gleichgesinnten

Ihr

PD Dr. med. Michael A. Überall

Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V.

Grußwort von

Dr. med. Thomas Cegla

Vizepräsident Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.
 

 

und Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Heppner

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e. V. 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ein aktives lebenswertes Leben bis ins hohe Alter ist ein berechtigter Wunsch. Alt zu werden wird nicht zuletzt durch die moderne Medizin möglich. Auch mit chronischen Erkrankungen sind Lebensqualität und Selbstständigkeit für viele Patienten erreichbare Ziele. Denn es gilt schon lange nicht mehr die Maxime „Hauptsache gesund“, für geriatrische Patienten ist „Hauptsache selbstständig“ von größter Bedeutung.


Chronischer Schmerz gehört zu den häufigen Erkrankungen des alten Menschen und beeinträchtigt besonders. Ist der Bewegungsapparat betroffen wirkt sich dies unmittelbar auf die Mobilität und Funktionalität aus. Im Alter häufig vergesellschaftete Erkrankungen, wie der Diabetes mellitus oder Gefäßerkrankungen können zu neuropathischen Schmerzen und einer zusätzlichen Belastung führen. Dieses hat verständlicherweise zusätzliche Auswirkungen auf das psychische Befinden. Bestehende Komorbiditäten wie Depression und Demenz haben negative Wechselwirkungen bei auftretenden chronischen Schmerzen.


Die Multimorbidität und veränderte Organfunktionen machen eine individualisierte altersgerechte multimodale Schmerztherapie notwendig. Eine Chance in der Versorgungsgestaltung besteht in einer engeren Zusammenarbeit von Geriatrie und spezieller Schmerzmedizin. In beiden Fächern hat sich in den letzten Jahren viel getan, was der demografischen Herausforderung für die Versorgung gerecht werden könnte. Schmerz- und Altersmedizin betrachten den alten Patienten ganzheitlich mit all seinen Handicaps und aktuellen Störungen und können gemeinsam mit dem Patienten seine Alltagskompetenzen stärken und verbessern. Dazu gehört auch das Erfassen von Ressourcen, mit geriatrischer und Schmerz medizinische Kompetenz, dieser Patienten, um einen erfolgreichen Therapieansatz zu konkretisieren.


Dieses gemeinsame Denken hat Bedeutung für die Versorgung der Zukunft und drückt sich in der Gestaltung dieses Kongresses aus. Das gemeinsame Curriculum Schmerz und Alter ist ein wichtiges Fortbildungsangebot, welches die medizinisch Tätigen im Umgang mit der besonderen Komplexität der Versorgung des alten, multimorbiden Patienten schult. Der Schwerpunkt soll nicht nur auf dem Schmerz und dessen Behandlung liegen, sondern auch auf den Besonderheiten des Alters.


Wir wollen in Kooperation der medizinischen Fachgesellschaften die Versorgung alter schmerzkranker Patienten verbessern helfen und wünschen Teilnehmern und Diskussionspartnern einen Kongress mit Erkenntnisgewinn und produktiven Ideen.

 

Dr. med. Thomas Cegla

Vizepräsident
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

 

Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Heppner

Präsident
Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V.